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anna elbe
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Rettet den Volksentscheid! anna elbe
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anna elbe und die Seefahrtsschule

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Datenschutz & Überwachung - Abschaffung der Privatheit?

Nicht nur der öffentliche Raum ist vom Ausverkauf bedroht - auch unsere Daten.
Gesichtserkennungs-Kameras im öffentlichen Raum? Wohnungsüberwachung via staatlich verordneter Stromablese-Geräte mit Internetanschluss (Smart-Meter)? Wieviel Zugriff haben Staat und Fimen auf unsere Daten?
Macht nix, ich habe ja nix zu verbergen?
Es geht um mehr, als um "Werbung". Demokratie im Überwachungsstaat – das geht nicht.

Beschloss der Bundestag am 18. Mai 2017 den Überwachungsstaat?

Kein Geheimnis: Am Donnerstag, 18. Mai 2017 wurde die Änderung des Personalausweisgesetzes im Deutschen Bundestag beschlossen. Welche Medien berichten darüber?

19. Mai 2017

daten privat?

Nun, leicht zu erkennen, ist es auch wirklich nicht. Auf der Website des Deutschen Bundestages wird der 48 Seiten lange Gesetzentwurf in ein paar wenigen Zeilen abgehandelt und angepriesen.

Es wird suggeriert, dass es in diesem Gesetz lediglich darum geht, dass "Online-Ausweisfunktion des elektronischen Personalausweises leichter anwendbar und attraktiver werden".

Der Titel lautet:
"Personalausweis wird zum elektronischen Identitätsnachweis"

Quelle: Website Deutscher Bundestag

 

Wer sich den Gesetzestext ansieht, stellt dann aber fest, dass es viel weitgreifender ist, was dort beschlossen wurde. So ist dort u.a. zu lesen:

Der vorliegende Gesetzentwurf verfolgt deshalb [...] das Ziel, die weitere Verbreitung der eID-Funktion von Personalausweis und elektronischem Aufenthaltstitel zu fördern. Dies soll geschehen durch den gezielten Abbau gesetzlicher Hürden, die einer flächendeckenden Nutzung des elektronischen Identitätsnachweises bislang hinderlich sind. Ferner werden die Anwendungsfelder von Personalausweis und eAT erweitert.
[...]
Mit [dem neuen Gesetz] wird ein automatisierter Lichtbildabruf für die Polizeibehörden des Bundes und der Länder, das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Verfassungsschutzbehörden der Länder, den Militärischen Abschirmdienst, den Bundesnachrichtendienst, die Steuerfahndungsdienststellen der Länder, den Zollfahndungsdienst und die Hauptzollämter eingeführt. [...]

Quelle: Drucksache 18/11279

Dieses Gesetz allein ist schon ein sehr großer Eingriff in unsere Freiheit und unsere persönlichen Rechte und widerläuft u.E. dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung.
Betrachtet man das Ganze im Zusammenhang mit anderen Neuerungen und Vorhaben der Regierung, kann einem Angst und Bange werden.

Demokratie und Überwachungsstaat – das geht nicht zusammen.

Bei netzpolitk.org schreibt Markus Reuter im März 2017

Der automatisierte Vollzugriff von Behörden auf biometrische Bilder kann, wenn der Traum des Bundesinnenministers von „intelligenter Videotechnik“ zur Realität wird, dazu führen, dass jeder Mensch sein Gesicht als Nummernschild herumträgt und in naher Zukunft an jedem Ort jederzeit identifizierbar ist.

Quelle: netzpolitk.org, 09.03.2017

Und im April 2017 schreibt Ingo Dachwitz :

Da die Nutzung der Biometrie von de Maizière ohnehin forciert wird, besteht die Gefahr, dass durch den vermehrten Abruf und die Auswertung der Lichtbilder und den Abgleich mit Gesichtserkennungssystemen künftig das eigene Gesicht zum digitalen Identifizierungsmerkmal im normalen öffentlichen Raum wird. Der automatisierte Abgleich von Gesichtsbildern, wie er aktuell im Berliner Bahnhof Südkreuz erprobt wird, ist keine technische Spielerei mehr, sondern wird zu einer praktisch nutzbaren Option. Das Gesetz ist damit ein wichtiger Baustein beim Aufbau eines Systems vernetzter Verhaltensscanner, mit denen Menschen im öffentlichen Raum automatisiert erkannt und identifiziert werden sollen.

Quelle: netzpolitk.org, 24.04.2017

Jene, die zu einem automatisierten Lichtbildabruf befugt werden sollen, arguementieren, dass für mehr Sicherheit Einschränkungen der Freiheit hingenommen werden müssen. Solche Gesetze führen aber nicht automatisch zu mehr Sicherheit. Wenn die Behörden unter den bestehenden Voraussetzungen ihre Arbeit täten, wäre der Sicherheit genüge getan – und Merkwürdigkeiten folgender Art hätten auch damals keine Chance gehabt:

  • NSU - ein Beispiel: Aufgrund der aktuellen Enthüllungen von „Spiegel online“ hegt die Initiative „NSU Watch NRW“ den Verdacht, dass der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz die Ermittlungen zum Wehrhahn-Anschlag behindert hat. NSU Watch, 13.02.17
  • Der Fall Anis Amri: "Jetzt werde geprüft, ob das Dokument im Landeskriminalamt möglicherweise vorsätzlich zugunsten Amris zurückgehalten wurde. " Zeit online, 17.05.17

Trotz solcher Vorkommenisse sollen diese "Vereine" nun unkontrollierten Zugriff auf unsere Daten bekommen? Was wird mit diesen Daten geschehen? Wer dagegen protestiert, wird gleich erfasst und bekommt einen Vermerk? Was, wenn in Deutschland "ein Erdogan" Kanzler wird?

Und wer sind diese "Identifizierungsdiensteanbieter", denen der Zugriff erleichtert werden soll? Das wird unter $ 2 Abs 3 beschrieben:

"Identifizierungsdiensteanbieter sind Diensteanbieter, deren Dienst darin besteht, für einen Dritten eine einzelfallbezogene Identifizierungsdienstleistung mittels des elektronischen Identitätsnachweises nach § 18 zu erbringen."

Zu diesen Anbietern gehört zum Beispiel "Bitkom" (Gewinner des BigBrotherAwards 2017). Ein Besuch auf deren Website lohnt sich auf jeden Fall. anna elbe meint, dass sich der Gesetzentwurf liest, als hätten eben diese "Diensteanbieter" bei den Formulierungen liebevoll mitgewirkt. Zumal auch Folgendes dort zu lesen ist:

"Es fällt kein zusätzlicher Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft an. Für die Wirtschaft werden keine Informationspflichten eingeführt, geändert oder abgeschafft."

Unser Unbehagen wird bestärkt, wenn wir auf der Website von Bitkom lesen:

"Wir setzen uns für die besten politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die Digitalwirtschaft ein."

Warum berichten die "Leit-Medien" nicht ausführlich darüber? Hätte das nicht z.B.in die Tagesschau oder das Heute Journal gehört als noch Zeit war, sich dagegen zu wehren, auf die Straße zu gehen?
Auch die Suchfunktion von Deutschlandfunk und NDR geben nichts her.

Bei "anderen" Medien sind wir fündig geworden. Aber die gelten ja als Verschwörungstheoretiker.
netzpolitk.org hatte z.B. schon vorher berichtet und schreibt am 18. Mai:

 

Automatisierter Zugriff auf biometrische Passbilder für alle Geheimdienste

Die Aufrüstung der Geheimdienste geht in die nächste Runde: Nun sollen sie auch Biometriedaten aus Ausweisen und Pässen automatisiert abrufen dürfen – ab sofort. Nichts hindert die Behörden mehr, eine bundesweite Datenbank anzulegen und automatisch zu rastern. Anstatt auf Kritik einzugehen, weitet die Große Koalition die Zugriffe noch aus.

daten privat?

Auszug: "Am Donnerstag soll das Gesetz im Bundestag beschlossen werden. Dessen eigentlicher Zweck war die Ausweitung der Nutzung des elektronischen Identitätsnachweises (eID) auf dem Chip im Personalausweis. Denn die Bevölkerung verweigert sich bisher in ihrer großen Mehrheit gegenüber der eID. Worin der Nutzen für den einzelnen Bürger bestehen soll, scheint kaum jemand zu verstehen, auch weil es kaum Nutzungsangebote gibt. Das Gesetz schreibt die Aktivierung der eID aber nun den Ausweisbesitzern vor. Sie können nach dem Inkrafttreten nicht mehr frei entscheiden, ob sie die eID-Funktion einschalten möchten oder nicht.

Der automatisierte Geheimdienstzugriff wird ohne einen Sachzusammenhang mit der eID einfach Huckepack mit dem Gesetzentwurf eingeführt.
[...]
Die neuen gesetzlichen Regeln sollen die biometrischen Bilder aus den Personalausweisregistern an eine lange Liste von Behörden automatisiert freigeben
[...]
Denn die Biometriedaten bringen die Gefahr mit sich, dass die Rasterung mit automatischen Gesichtserkennungssystemen Einzug hält. Die Gesichter der Menschen werden so zu einem Identifizierungsmerkmal, das in Datenbanken landet und automatisiert analysiert werden kann. So droht nun auch der öffentliche Raum durch den Ausbau der Videoüberwachung mitsamt eines elektronischen Abgleichs von Gesichtsbildern zur Überwachungszone zu werden, in der man automatisiert identifiziert wird. Ein Beispiel ist der Berliner Bahnhof Südkreuz, wo diese Gesichts- und Verhaltensscanner bereits erprobt werden."

netzpolitik.org, von Constanze Kurz, Foto: anna elbe

 

Automatisierter Zugriff auf biometrische Passbilder ... zum Artikel npo, 17.05.17

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BigBrotherAwards 2017

Preisverleihung am 5. Mai 2017 für sechs Kategorien:

16. Mai 2017

Big Brother is watching you

Big Brother is watching you

Der folgende Text ist 1:1 von Digital Courage, Ausrichter des BigBrotherAwards, übernommen:

Die komplette Verleihung kann online nachgeschaut werden. Die vollständigen Texte der Jury gibt es auf der Seite der BigBrotherAwards, Fotos und Videos der Verleihung folgen. Die "Oscars für Datenkraken" sorgen dafür, dass Menschen erfahren, was mit ihren Daten passiert. Möglich wird das durch die Arbeit vieler engagierter Menschen und durch Spenden. Danke an Alle, die die BigBrotherAwards 2017 mit einer Spende finanziert haben!

Kategorie Arbeitswelt: PLT Planung für Logistik & Transport GmbH

Die Firma PLT – Planung für Logistik & Transport GmbH erhält den BigBrotherAward 2017 in der Kategorie Arbeit für ihren PLT Personal-Tracker. Dieses Gerät zeigt Arbeitgebern in Echtzeit, wo sich Zeitungsausträger oder Briefträgerinnen befinden und wie schnell sie sich bewegen. Diese Totalkontrolle ist menschenunwürdig und sinnlos.

Laudator: Prof. Dr. Peter Wedde | vollständige Laudatio lesen

Kategorie Wirtschaft: Der IT-Branchenverband Bitkom
Der deutsche IT-Branchenverband Bitkom erhält den BigBrotherAward 2017 in der Kategorie Wirtschaft für sein unkritisches Promoten von Big Data, seine penetrante Lobbyarbeit gegen Datenschutz und weil er de facto eine Tarnorganisation großer US-Konzerne ist, die bei Bitkom das Sagen haben.

Laudatorin: Rena Tangens | vollständige Laudatio lesen

Video-Antwort von Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder - ansehen

Kategorie Politik: Die türkisch-islamische Union DİTİB

Die türkisch-islamische Union DİTİB erhält den BigBrotherAward 2017 in der Kategorie Politik dafür, dass bei der DİTİB tätige Imame für türkische Behörden und für den Geheimdienst MİT ihre Mitglieder und Besucher ausspioniert und sie so der Verfolgung durch türkisch-staatliche Stellen ausgeliefert haben sollen.

Laudator: Dr. Thilo Weichert | vollständige Laudatio lesen

Kategorie Bildung: Die Technische Universität München (TUM) und die Ludwig Maximilians Universität München (LMU)

Die Technische Universität München und die Ludwig-Maximilian-Universität München erhalten den BigBrotherAward 2017 in der Kategorie Bildung für die Kooperation mit dem Online-Kurs-Anbieter Coursera. Coursera als Wirtschaftsunternehmen verfügt mit den Daten über den Lernerfolg der Studierenden über einen großen Datenschatz und behält sich vor, diesen auch wirtschaftlich zu nutzen.

Laudator: Frank Rosengart | vollständige Laudatio lesen

Kategorie Behörden:
Bundeswehr und Bundesministerin für Verteidigung Dr. Ursula von der Leyen

Die Bundeswehr und die Bundesministerin für Verteidigung erhalten den BigBrotherAward 2017 in der Kategorie Behörden für die massive digitale Aufrüstung der Bundeswehr mit dem neuen "Kommando Cyber- und Informationsraum" (KdoCIR). Diese digitale Kampftruppe mit (geplant) fast 14.000 Dienstkräften wird die Bundeswehr fit machen für den Cyberkrieg – auch für militärische Cyberangriffe auf IT-Systeme und kritische Infrastrukturen anderer Staaten. Mit dieser Militarisierung des Internets beteiligt sich die Bundesrepublik am globalen Cyber-Wettrüsten – ohne Parlamentsbeteiligung, ohne demokratische Kontrolle und ohne rechtliche Grundlage.

Laudator: Dr. Rolf Gössner | vollständige Laudatio lesen

anna elbe meint es geht uns alle an: Erst vor kurzem - am 12. Mai, einige Tage nach der Verleihung des BigBrotherAwards - gab es einen "Cyber-Angriff" auf tausende Computer in 150 Ländern.

Macht nix, ich war ja nicht betroffen?
Was wäre wenn das Stromnetz, die Wasserversorgung oder auch "nur" die Krankenhäuser in nächster Umgebung betroffen wären? Wie wenn der Computer nicht mehr funktioniert, der Kühlschrank ausfällt und es an den Tankstellen kein Sprit mehr gibt?

Wer sagt uns, dass es wirklich "Kriminelle" waren? "Dem CSU-Politiker Mayer zufolge hatte der Angriff mit Ransomware nichts mit staatlicher Kriminalität zu tun." DFL24, 17.05.17
Nachtigall ick hör dir trappsen.

Kategorie Verbraucherschutz: Prudsys AG

Die Firma Prudsys AG erhält den BigBrotherAward 2017 in der Kategorie Verbraucherschutz, weil sie Software anbietet, die Preisdiskriminierung erlaubt. Diese Software legt einen Preis fest, je nachdem, was sie über den jeweiligen Kunden herausfinden kann. Damit zählt nicht mehr, was ein Produkt kostet oder wert ist. So kommt es, dass zwei Menschen unterschiedliche Preise für die gleiche Ware bezahlen müssen.

Laudator: padeluun | vollständige Laudatio lesen

Die Preisträger der BigBrotherAwards 2017 zum Artikel Digital Courage, 05.05.17

Mitschnitt der Preisverleihung zum Film Digital Courage, 05.05.17

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Neue Straßenlaternen können mehr!

Ein Feature von Nora Bauer klärte uns auf.

30. April 2017

Neue Straßenlaternen in Hamburg-Altona

Neue Straßenlaternen in Hamburg-Altona

Das Radio-Feature "Helle Leuchte" dauert 55 Minuten und ist unbedingt hörenswert!

"LED-Lampen sind extrem langlebig und reduzieren den CO²-Ausstoß. Weltweit haben Städte und Kommunen begonnen, die Straßen damit zu beleuchten. Diese Laternen können aber noch viel mehr: über Sensoren sammeln sie Wetter- und Verkehrsdaten, Video- und Audiosignale.

Per WLAN sind die Lampen untereinander und mit einem Rechner verbunden. Ein globales Datennetzwerk entsteht mit Möglichkeiten, die Systeme wie Prism oder XKeyScore bei weitem übersteigen. Wem gehören die gewonnenen Daten? Wer handelt mit ihnen? Wer hat ein Interesse daran, sie zu lesen?"

Deutschlandfunk Kultur: 29. April 2017

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Geheimdienste sollen automatischen Zugriff auf die Passbilder
aller Bürger bekommen

Von der Öffentlichkeit bislang unbemerkt soll der vollautomatische Zugriff auf die Passbilder der Bürger für alle Geheimdienste des Landes durchgesetzt werden. Mit einem Gesetz, das heute [09.03.17] in erster Lesung im Bundestag behandelt wird, könnte durch die Hintertür eine zentrale biometrische Datenbank aller Bürger entstehen.

Der Bundestag beschließt Ausbau der Videoüberwachung, Kennzeichen-Scanner und Bodycams für die Bundespolizei

13. März 2017 - ergänzt am 17.03.2017

Überwachung mit biometrische Daten

Da uns einfach nur die Worte fehlen, stellen wir den Artikel von netzpoltik.org ohne weitere Kommentare hier ein.

Warum wird das nicht in den öffentlich rechtlichen Medien als Hauptthema diskutiert? Was da passiert ist einfach unglaublich!

anna elbe meint: Auch ohne einen Erdogan, kann man Demokratie abschaffen.

Und wundert sich: "Interessiert es denn niemanden, dass wir langsam aber sicher zum Überwachungsstaat werden?"

Der Artikel von netzpolitik.org: "Als sei die exzessive Ausweitung der Videoüberwachung und der Abbau der hohen Datenschutzstandards nicht genug, soll heute im Bundestag auch noch ein Gesetz beraten werden, das den deutschen Geheimdiensten den vollautomatisierten Zugriff auf die biometrischen Passbilder aller Bürger erlaubt. Dieser anlasslose Vollzugriff versteckt sich in einem Entwurf zum 'Gesetz zur Förderung des elektronischen Identitätsnachweises', das heute in erster Lesung in den Bundestag kommt.

Im Gesetzentwurf steht, dass § 25 des Personalausweisgesetzes geändert werden soll:
'Die Polizeien des Bundes und der Länder, das Bundesamt für Verfassungsschutz, der Militärische Abschirmdienst, der Bundesnachrichtendienst sowie die Verfassungsschutzbehörden der Länder dürfen das Lichtbild zur Erfüllung ihrer Aufgaben im automatisierten Verfahren abrufen.'

Schon 2007 hatte Schäuble gegen erheblichen Widerstand die automatisierte Passbildabfrage für Polizeien duchgesetzt. Nun will die Große Koalition diese biometrischen Daten automatisiert auch allen Geheimdiensten des Landes zur Verfügung stellen. Eine Kontrolle über die Nutzung der Bilder wird dadurch praktisch unmöglich.

Zunehmende Verfügbarkeit biometrischer Daten

Der automatische Lichtbildabruf kommt einer zentralen Datenbank mit den biometrischen Bildern aller Bürgerinnen und Bürger sehr nahe, auch wenn sich die Abfrage aus verschiedenen Datenbanken bedient. Eine zentrale Datenbank ist eigentlich durch § 26 des Personalausweisgesetzes nicht erlaubt. Schon die Einführung biometrischer Merkmale war damals auf breite Kritik gestoßen.

Der automatisierte Vollzugriff von Behörden auf biometrische Bilder kann, wenn der Traum des Bundesinnenministers von 'intelligenter Videotechnik' zur Realität wird, dazu führen, dass jeder Mensch sein Gesicht als Nummernschild herumträgt und in naher Zukunft an jedem Ort jederzeit identifizierbar ist."

Ergänzung, 17. März 2017

Dieses Vorhaben sollte zusammen mit der Aufrüstung der Polizei mit Bodycams (Gesichtserkennung) gedacht werden. Was wird das für Konsequenzen haben, wenn Menschen das Versammlungsrecht in Anspruch nehmen und freie Meinungsäußerung auf die Straße tragen? Auch diese Meinung wird erfasst werden ...

Ebenfalls bei netzpolitk.org zu lesen: Bundestag beschließt Ausbau der Videoüberwachung, Kennzeichen-Scanner und Bodycams für die Bundespolizei.

Zudem will die Regierung das Strafrecht verschärfen und Gewalt gegen Polizisten härter bestrafen: "Mindestens drei Monate Gefängnis soll künftig bekommen, wer einen Polizisten tätlich angreift. Als 'tätlicher Angriff' gilt dabei jede aktive Handlung gegen den Körper des Polizisten. Wie harmlos sie auch sein mag. Soll jemand zum Beispiel von Polizisten abgeführt werden und schlägt dabei im Reflex den Arm des Polizisten weg, wären das mindestens drei Monate Haft."

G20 im Sommer in Hamburg: der Staat bereitet sich vor ...

Foto anna elbe

 

Geheimdienste sollen Zugriff auf Passbilder aller Bürger zum Artikel netzpolitk.org, 09.03.17

... Videoüberwachung, Kennzeichen-Scanner und Bodycams ... zum Artikel netzpolitk.org, 10.03.17

Gewalt gegen Polizisten: Nutzlose Gesetze zum Artikel ARD-Monitor, 09.03.17

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SpiegelMining – Reverse Engineering von Spiegel-Online

Wer denkt, Vorratsdatenspeicherungen und „Big Data“ sind harmlos, der kriegt hier eine Demo an Spiegel-Online.

29. Dezember 2016

Text bei youtube vom Chaos Communication Congress [33c3]:

Seit Mitte 2014 hat David fast 100.000 Artikel von Spiegel-Online systematisch gespeichert. Diese Datenmasse wird er in einem bunten Vortrag vorstellen und erforschen.

Der Vortrag gibt tiefe und überraschende Einblicke in das Verhalten des vielleicht größten Meinungsmachers Deutschlands. Ihr werdet Spiegel-Online danach mit anderen Augen lesen.

Dazu gibt er einen allgemeinverständlichen Überblick, was mit der heutigen Daten-Auswerterei alles geht. Ihr werdet also vielleicht auch mehr aufpassen, was für Daten von euch ihr ins Internet lasst.

Der Vortrag hat drei rote Fäden:

1) Wir reverse engineeren Spiegel-Online. Wir nehmen den Datensatz so richtig auseinander und betrachten Spiegel-Online aus vielen völlig neuen Blickwinkeln. Das Ganze wird bunt, unterhaltsam und anschaulich passieren, so dass es für Techies und Nicht-Techies eingängig ist. Warum sind manche Artikel lang, manche kurz? Kann man Artikeln ansehen, ob die Redakteure wirklich dahinter stehen oder nicht? Welche Redakteure sind enger miteinander verbandelt als andere? Welche Inhalte hält der Spiegel selbst für politisch inkorrekt?

Kann man sowas wirklich einfach so von außen messen? Glaubt’s mal – man kann. Bei einigen der Auswertungen wird vielleicht „nur“ das rauskommen, was ihr euch schon vorher denken konntet. Bei anderen werden wir überraschende Ergebnisse erhalten. Und manchmal entdeckt man auch Systematiken da, wo man überhaupt keine erwartet hat. Kurz: Wir werden kreativ sein. Wir werden etwas lernen und Spiegel-Online auch.

2) Ein Überblick über „Data Science“. Wir betrachten nicht nur die Vorgehensweise, sondern auch die Möglichkeiten und gesellschaftlichen Gefahren der Datensammelwut und Auswerterei. Über den Vortrag hinweg wird David – locker und unmathematisch – verschiedene Methoden des Datenauswertens anhand des Spiegel-Online-Datensatzes anschaulich machen. Nicht mit Formeln, sondern mit bunten Grafiken. Nach dem Vortrag werdet ihr eine Vorstellung davon haben, was sich hinter dem „Big Data“-Buzzword verbirgt, und warum dieser Hype – bei allem Nutzen, den er haben mag – gesellschaftlich auch sehr gefährlich ist. Ihr könnt nämlich überhaupt nicht wissen was ihr über euch preisgebt, wenn ihr irgendwelche Daten veröffentlicht. Egal, wie uninteressant eure Daten für euch aussehen mögen – was man daraus lesen kann, entscheidet der Gegner und nicht ihr.

3) Und für die Aktivisten unter euch liefert der Vortrag eine grobe Anleitung, wie man es sinnvoll anstellt, wenn man ein Massenmedium (oder auch beliebige andere Sachen im Internet) mal beobachten und so richtig durchleuchten will. Wie sammeln wir die Daten? Wie geht man kreativ mit Daten um? Wie findet man Zusammenhänge? Wie gießt man die Daten in sinnvolle und ästhetische Bilder, mit denen jeder etwas anfangen kann? Es gibt ja nur eine Breitband-Verbindung ins Gehirn: die Augen.

 

Deutschsprachige Videos vom Chaos Communication Congress youtube 33c3, 30.12.16

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#nacktimnetz – Millionen Nutzer ausgespäht!

Ganz neue Erkenntnisse haben NDR und ARD (Panorama und Zapp) gewonnen: Nicht nur Addons spähen aus und sammeln Daten

10. November 2016

Überwachung Datenschutz

"Was wir im Internet tun, zeigt, wer wir sind: Einkaufen, Bank-Geschäfte, Reiseplanung oder Porno - alles geschieht online. Multinationale Firmen machen aus diesen Informationen ein Milliardengeschäft. Sie sind in der Lage, jeden Schritt mitzuzeichnen, den User im Internet unternehmen. Diese Informationen verkaufen sie dann in Paketen weiter - angeblich anonymisiert und ohne Schaden für den Nutzer. Recherchen des NDR zeigen indes, wie einfach sich diese Daten konkreten Personen zuordnen lassen und wie umfangreich sie intime Details aus dem Leben der Nutzer preisgeben." (NDR, #nacktimnetz, 3. November 2016)

anna elbe ist doch ein bisschen erstaunt: Hat das denn vorher wirklich keiner gewusst?

Spätestens seit Edward Snowden uns Einblicke in das Ausmaß der weltweiten Überwachungs- und Spionagepraktiken von Geheimdiensten gewährte, wissen wir alle, welch einen Wert private Daten haben.

Auch gibt es bereits diverse Bücher und Artikel – und immer wieder Warnungen z.B. vor facebook oder Hinweise, dass der eigene Computer geschützt werden sollte. Siehe

Es sollte doch inzwischen allen klar sein, dass mit dem "gläserner Bürger", der nach Wunsch unseres Innenministers Thomas de Maizière demnächst überall (möglichst mit Gesichtserkennung) videogefilmt werden soll, keine Demokratie mehr möglich ist. Selbst in den Tagethemen wurde schon – in einem anderen Zusammenhang – davor gewarnt. Siehe

Nein, diese Erkenntnisse sind nicht ganz neu - dennoch ist es sehr gut, dass sie mal wieder in die Öffentlichkeit gelangen und – hoffentlich! – viele Menschen zur Vorsicht anregen.

 

Nackt im Netz: Millionen Nutzer ausgespäht zum Artikel NDR, 03.11.16

Als Film "Panorama" zum Film ARD, 03.11.16

De Maizière will Videoüberwachung ausbauen Zeit online 26.10.16

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Bei DM-Drogerie gefunden: Datenschutz-Tüv prüft Payback!

Punkten rundum sicher! Bei Payback steht Datenschutz an erster Stelle. Der TÜV hat es bestätigt!
So steht es auf dem Flyer. Glauben Sie das?

24. Oktober 2016

Banane Datenschutz-Tüv

Wozu bieten Unternehmen Punkte-Sammeln an?

Glauben Sie wirklich, dass dies ganz uneingennützig geschieht?

Kundenbindung? Sicher, auch - aber bei diesen vielen "Partnerunternehmen"?

Payback ist dazu da, Ihre Daten zu sammeln - genau dazu.

"Nur" die Einkaufsdaten?

Es werden alle Daten über Ihren Einkauf gespeichert - was, wann, wo und wieviel. Und diese Daten werden auch Partnerunternehmen bereitgestellt.

Warum sammlen die Unternehmen diese Daten, wenn sie doch so ganz und gar unwichtig sind?

Wer Ihre Vorlieben kennt, kann auch damit eine Menge anfangen:

Beispielsweise, werden Sie nicht nur Werbung erhalten, sondern auch Informationen, die Sie gar nicht als Werbung wahrnehmen. Wenn Sie etwas im Internet – z.B. bei google – suchen, bekommen sie die Antworten, die auf Ihr Profil passen. Meinungen, die anders sind werden nur selektiv angezeigt: Das nennt sich auch "Meinungsmache" oder Manipulation.
Es ist auch ganz praktisch, zu wissen, wo Sie sich aufhalten. Mittwochs immer in Ottensen? Wahrscheinlich gehen Sie dort zum Sport, denn Sie kaufen regelmäßig die passenden Produkte in unmittelbarer Nähe der Sportanlage und trinken eine Stunde später in unserer Partner-Kneipe ein Bier.

Man kennt Ihre Gewohnheiten ... daraus lässt sich viel, auch im Voraus, ableiten.

Werbung nur bei Relevanz für den Kunden

Beruhigt Sie dieser Satz wirklich: "Sie müssen nicht mit einer Werbeflut im Briefkasten rechnen, denn Payback versendet seine Angebote immer in gewissen Abständen und unter Berücksichtigung der Relevanz für den Kunden." So im Flyer und auf der Website von Payback.de zu lesen.

Ach so, von der Relevanz für den Kunden kann Payback ja gar nichts wissen, weil ja angeblich keine "Profile auf Personenebene" erstellt werden.

Ihre Krankenkasse wird sich melden, wenn Sie Tabak kaufen oder die Weinkosten steigen.
Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Website von payback.de - mit Tor übrigens nicht erreichbar ;-) zur Website 24.10.16

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BigBrotherAwards 2016

Preisverleihung für fünf Kategorien:
Wirtschaft, Lifetime, Verbraucherschutz, Kommunikation und Technik

23. April 2016

Big Brother is watching you

Big Brother is watching you

Lifetime-Award: „Verfassungsschutz“

"erhält rechtzeitig zum Eintritt ins Rentenalter den BigBrotherAward 2016 in der Kategorie „Lifetime“ für 65 Jahre Datenschutz- und Bürgerrechtsverletzungen"

Insbesondere für die Verletzung der Pressefreiheit z.B. mit dem Versuch die Verantwortlichen von Netzpolitik.org mit dem Vorwurf des Landesverrates ins Gefängnis zu bringen.

Oder für die knapp 40 Jahre andauerenden Total-Überwachung von Rolf Gössner, Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte. (siehe)

Wir fragen uns, wen der Verfassungsschutz eigentlich schützt. Wer meint, dass die Grundgesetze für ihn ohne Belang sind, dass er sie nicht einhalten muss, der hat auch keinerlei Glaubwürdigkeit, wenn er meint diese schützen zu wollen.

Wirtschaft: Change.org, Kampagnenplattform
"Die US-Firma und Kampagnenplattform change.org erhält den BigBrotherAward 2016 in der Kategorie Wirtschaft für ihr Geschäftsmodell, personenbezogene Daten von Unterzeichner.innen zusammen mit deren politischen Meinungsäußerungen zu vermarkten."

Besonders pikant: Ausgerechnet jene, die mit dieser Plattform die Demokratie vorantreiben wollen, verkaufen sie. Der gute Wille derjenigen, die glauben etwas Gutes im Sinne der Demokratie zu tun, wird schamlos ausgenutzt und zum Gegenteil verkehrt.

Menschen deren poltische Gesinnung gespeichert und verkauft wird, können sehr schnell Opfer von Menschen mit anderer Gesinnung werden. Denn manch einer weiss solche Daten zu nutzen: "… wenn man zum Beispiel eine rechtsradikale Regierung wäre, die politische Gegner ins Visier nehmen will." Wie Markus Reuter am 21. April 2016 bei netzpolitk.org schrieb.

Wie lange dauert es noch, bis sich niemand mehr traut, die eigene Meinung zu äußern? Selbstzensur ist bereits auf dem Vormarsch - unter anderm auch durch Selbstoptimierung nach Vorschrift, wie bei folgendem Gewinner des BigBrotherAwards 2016:

Verbraucherschutz: Generali-Versicherung

"weil sie ihren Versicherten Vorteile verspricht, wenn diese ihre Fitnessdaten und ihr Einkaufsverhalten per App oder Sportkleidung an die Versicherung weiter melden, die sie wiederum an ein Bonuspunkte-System nach Südafrika übermittelt."
Ein Vorreiter in Sachen Selbstoptimierung und - Self-Staking.

Vorstellbare Szenarien: Keine Krankenkasse zahlt mehr für Dich, wenn Du Dich nicht täglich joggst, Gymnastik machst und Müsli isst. Oder wenn Du Deine Einkäufe nicht bei den vorgeschriebenen Vertragspartnern tätigst.

Wer hat Zugriff auf Deine Daten in Südafrika?

Kommunikation: IBM für das Produkt „Social Dashboard"

"Die Firma IBM erhält den BigBrotherAward 2016 in der Kategorie Arbeitswelt für ihre Software 'Social Dashboard', mit der Firmen das Sozialverhalten von Angestellten kontrollieren und auswerten können."

Technik: Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg

"erhalten den BigBrotherAward 2016 in der Kategorie Technik für ihre elektronische VBB-Fahrcard, auf der bei jedem Einsteigen Datum, Uhrzeit, Buslinie und Haltestelle abgespeichert wurden."

Wer ein so schönes Bewegungprofil aller erstellen kann, weiss sicherlich genau, warum er es macht - und wie er es gut nutzen kann.

Was geht es mich an?

Stelle Dir vor, dass all diese gespeicherten Daten über Dich zusammengeführt werden …

Du hast ja nichts gemacht? Dir kann es ja egal sein?

Aus Dir völlig unerklärlichen Gründen bekommst Du keinen Kredit, wirst auf dem Arbeitsplatz schräge angesehen, vielleicht sogar diskeditiert und wirst trotz recht gutem Einkommen bei allen Wohnungsgesuchen abgelehnt.

Es könnte daran liegen, dass Du zu einem falschen Zeitpunkt an einem falschen Ort warst, die falsche Ware gekauft hast oder eine falsche Meinung geäußert hast. Algorithmen können das berechnen - und Du weisst nicht mal worin Dein "Verbrechen" besteht.

Wie soll eine Demokratie in einem Überwachungsstaat möglich sein?

Zitate in den Begründungen zum Artikel Digital Courage, 22.04.16

Big Brother Award 2016: wo Daten, sind auch Kraken zum Artikel heise online, 22.04.16

Mitschnitt der Preisverleihung zum Film Digital Courage, 22.04.16

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Datenschützer warnen vor RFID-Chips in Kleidung

Immer mehr Kleidungsstücke enthalten RFID-Chips. Damit lassen sich Kunden ausspähen und orten. Ein Datenschutzverein protestiert gegen den Einsatz.

Big Brother is watching you

Big Brother is watching you

Im Februar 2012 schrieb "Die Welt":
"Menschen können über Funkchips in Kleidung heimlich geortet und Bewegungsprofile erstellt werden. Und tatsächlich haben die meisten Kunden keine "Peilung" davon, dass ihre Kleidung funken könnte.
[…]
RFID-Funkchips benötigen für das Aussenden ihrer Speicherinformation keine Batterie. Den nötigen Strom liefern die Lesegeräte drahtlos als elektromagnetischen Impuls oder hochfrequente Radiowelle.

Die Antenne, über die der Chip auch den Strom bezieht, ist so klein, dass sie problemlos in einen Waschzettel eingenäht sein kann. Chip und Antenne sind so robust, dass sie Waschgänge überstehen und über Jahre ihre Seriennummer an RFID-Empfänger in der Nähe senden können.
[…]
Einige Hersteller, etwa Peuterey, informieren ihre Kunden gar nicht oder nicht ausreichend über eingenähte Funkchips und wollen deren Entfernung sogar verhindern."

Die Welt, 20.02.2012, von Olaf Pursche

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Abschaffung des Bargelds?

Im Februar 2016 verlauteten die Medien, dass die deutsche Regierung EU-weit Barzahlungen auf 5.000 € beschränken will. Doch schon zuvor wurde über die Abschaffung des Bargelds diskutiert.
Wird nun der Frosch langsam erwärmt, damit er nicht aus dem kochenden Wasser springt?

Spendendose

Kleine Spenden bald unmöglich?

Bereits im August 2015 gab es beim ARD / NDR einen kleinen Film über die Idee, das Bargeld abzuschaffen. Im Oktober 2015 berichtete der Deutschlandfunk über Ökonomen und Kriminalisten, die eine bargeldlose Welt befürworten.

Wie sollen wir ohne Bargeld einem Straßenmusikanten etwas Kleingeld geben?

Wie bezahlt ein Kind ein Eis?

Was machen Sie, wenn jemand anderes den Zoobesuch bezahlen will, jedoch selbst nicht dabei sein kann?

Andreas Hackethal, Professor für Finanzen am House of Finance der Goethe Universität Frankfurt, ist laut D-Radiobericht davon überzeugt, dass dies alles über Handy-Apps geregelt werden wird: "Selbst Bettler, Spendensammler oder Straßenmusiker könnten ganz ohne Bargeld parat kommen." (Siehe Deutschlandfunk)

Jede Zahlung die elektronisch vorgenommen wird, zeigt an, wo Sie sich zu dem Zeitpunkt der Zahlung befinden. Wem Sie etwas zahlen. Was Sie gekauft haben. Mit wem Sie Kontakt haben. Ihre Bank weiss alles - und das für Jahre. Und - theoretisch - könnte Ihre Bank Ihnen Zahlungen z.B. an bestimmte Menschen oder für ausgewählte Produkte sperren.

Und: Jeder müsste sich ein Smart-Phone kaufen - ob er will oder nicht.

Sollen wir mit der gesetzlichen Obergrenze für Bargeldzahlungen so langsam an die Abschaffung des Bargelds gewöhnt werden, dass es zu spät ist wenn wir es merken und ernst nehmen?

DerStandard schreibt am 04.02.2016: "Mit solchen Ideen* würde nur 'eine der letzten Freiheiten, nämlich die im Geldbörsel', beschnitten. 'Ansonsten schaut doch überall schon der Staat hinein.' Wie viele Kritiker einer solchen Maßnahme sieht er solche Vorschläge eher als Schritt zur Abschaffung von Bargeld generell."

*gemeint ist hier die Abschaffung der 500-Euro-Scheine

Auszüge aus Berichten zu dem Thema:

Ein Hörtipp: "Wenn der Rubel nicht mehr rollt – Droht die Abschaffung des Bargeldes?

Bargeld ist bestimmten Lobbyisten ein Dorn im Auge. Der bargeldlose Zahlungsverkehr ist seit Jahren auf dem Vormarsch. In acht bis zehn Jahren, so prophezeien Experten, könnte das Bargeld weitgehend abgeschafft sein.

Der Vorteil für Banken: Bei Investment-Pleiten könnten Geldinstitute auf die Einlagen der Sparer zurückgreifen und Negativ-Zinsen sind auf digitale Geldbestände durchaus denkbar. Der Vorteil für Staat und Finanzamt: Was der Bürger tut und lässt, ist absolut transparent, denn jede Transaktion ist dokumentiert."

Deutschlandfunk, Das Wochenendjournal, 19.03.2016, von Ulrich Gineiger

"Ökonomen: Bargeld abschaffen!

Solche Situationen, in denen man ganz beiläufig Bargeld aus der Tasche holt, könnten aus dem Alltag verschwinden. Denn wichtige Ökonomen fordern die Abschaffung von Scheinen und Münzen. […] Ihre Motive sind vor allem eine wirksamere Geldpolitik und höhere Sicherheit.
[…]
Doch gibt es auch in Deutschland gewichtige Stimmen gegen das Bargeld. Zum Beispiel die des Ökonomie-Professors Peter Bofinger. […] In einem Interview mit dem 'Spiegel' vor wenigen Monaten bezeichnete er Bargeld als 'Anachronismus'. Auch um Schwarzarbeit besser zu verhindern, sollte es seiner Ansicht nach abgeschafft werden.
[…]
Der Bund der Kriminalbeamten fordert, die Bargeldnutzung zu begrenzen – um Kriminalität besser bekämpfen zu können. Vizepräsident Sebastian Fiedler: …
[…]
Sieben Prozent der deutschen Verbraucher haben laut einer Umfrage des Verbandes Bitcom schon einmal beim Einkaufen kontaktlos mit Handy oder Karte bezahlt. Es gibt sogar Menschen, die zahlen mit einem RFID-Funkchip, groß wie ein Reiskorn, den sie sich von einem Arzt unter die Haut spritzen lassen. Dazu gehören Gäste der Rotterdamer Bar Baja. Coolness und Bequemlichkeit wiegen für sie höher als die Gefahr ständiger Überwachung durch Dritte."

Deutschlandfunk, 26.10.2015, von Caspar Dohmen

"Obergrenze für Bargeldzahlungen
'Eingriff in Autonomie derer, die datenschutzgerecht leben wollen'

Sie müssen erst mal überlegen, was bedeutet das, wenn Bargeld auf einmal eingeschränkt wird. Denn es wird auch noch verfochten von einigen Vertretern, zum Beispiel von dem einen Chef der Deutschen Bank, dass Bargeld ja total abgeschafft werden könnte.

Das Gute an Bargeld aus Datenschutzsicht ist, ich kann bezahlen und diese Informationen werden nirgendwo gespeichert. Natürlich wird eine Rechnung erstellt oder an einer Kasse trotzdem ein Bon ausgegeben, aber es ist nicht klar, wer hat dieses Geld hergegeben, und insbesondere kann auch meine Bank nicht diese Transaktionen überall, wo ich Geld bezahlt habe, direkt nachvollziehen. […] Wenn ich jetzt gezwungen würde, ohne Bargeld auszukommen, das heißt, alles mit Überweisungen und Kartenzahlungen abzuwickeln, dann wären sogar Kleinstbeträge, mein vollständiges Verbraucherprofil, Lebensprofil sichtbar und für Jahre gespeichert.
[…]
Es ist trotzdem ein Eingriff in die Autonomie derjenigen, die datenschutzgerecht leben möchten, […] die so was noch bar bezahlen wollen.
[…]
Jemand, der alle Datenspuren kennen könnte von [.] Italiener-Restaurantüberweisungen beispielsweise, der könnte auch bestimmen, ich darf da zwar mein Essen zu mir nehmen, aber die Bezahlung für den Wein, die soll gefälligst gesperrt sein. Das heißt, es ist eine Machtposition, die dann eingenommen werden kann."

Deutschlandfunk, 03.02.2016, Umwelt und Verbraucher
Marit Hansen (Landesbeauftragte für Datenschutz in Schleswig-Holstein) im Gespräch mit Susanne Kuhlmann

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Unverletzlichkeit der Wohnung? Pustekuchen! Ausspähung in den eigenen vier Wänden - Rauchmelder, Stromableser, Fernseher ...

Nicht nur im Grundgesetz, auch in den Abkommen zu den Menschenrechten und in den EU-Grundrechten ist die Achtung der Wohnung bzw. der Schutz vor Eingriffen in die Wohnung garantiert. Dennoch werden wir bald keine Wahl mehr haben: in unsere Wohnungen ziehen zwangsweise "intelligente" Geräte ein. Rauchmelder, Heizungs- und Stromableser machen Überwachung in der Wohnung möglich.

Nach und nach werden uns diese Geräte mit digitaler Überwachungsmöglichkeit per Gesetz verordnet. Ob eines dieser Wunderwerke per Funk Daten überträgt oder selbige speichert, kann der Bewohner nicht überprüfen. Gegen das Anbringen der smarten Geräte im privaten Lebensraum kann man sich kaum wehren.

Das Schlimme ist, dass es auch kaum jemanden interessiert.

anna elbe hat hier zu diesem Thema Ausschnitte aus Medien zusammengestellt.

Rauchmelder | Stromabeleser | Streaming-Radio | Fernsehen | Sensorenresidenz

Nest-Übernahme: Google will in Ihr Schlafzimmer

"Warum kauft Google für 3,2 Milliarden Dollar eine Firma, die Thermostate und Rauchmelder herstellt? [...] Es geht um Daten aus Millionen Haushalten.

Rauchmelder sieht alles

Bei Google sieht man zweifellos nicht zuletzt die Big-Data-Möglichkeiten von Nest. Informationen über die Lebensgewohnheiten von Millionen Menschen, gepaart mit all dem, was der Konzern dank seiner Suchmaschine, dank Cookies, GMail und Android schon jetzt über Abermillionen von Menschen weiß - das ist ein wertvoller Schatz. Ein Android-Nutzer, der sich auch noch Nest-Thermostate ins Haus holt, wird Google mehr Informationen über sich und sein Privatleben geben, als jemals ein Konzern über einzelne Personen besessen hat. Damit erreichen potentielle Sicherheitsprobleme, wie man sie von Android kennt, eine völlig neue Dimension."

Spiegel online, 14.01.2014, von Christian Stöcker

Funk-Rauchmelder: Der Feind an meiner Decke
In vielen Bundesländern werden Rauchmelder in Wohnungen Pflicht. Geräte, die nach draußen funken, sorgen für Misstrauen: Welche Daten sammeln sie, entstehen Bewegungsprofile? Der Streit beschäftigt nun das Verfassungsgericht.

"Bei der Datenschutzbeauftragten in NRW etwa haben sich zuletzt mehrere Bürger mit der Sorge gemeldet, dass ein smarter Rauchmelder über die Funktionsprüfung hinaus Daten über die Wohnung sammelt. Und generell beschweren sich Bürger, weil sie fürchten, dass etwa smarte Stromzähler Nutzerprofile erstellen, also etwa darüber, wann jemand zu Hause ist. Und tatsächlich ist es so, dass viele Smart-Home-Geräte Unmengen von Daten mit fernen Servern austauschen, sogar wenn gar niemand zu Hause ist. Diese tun das allerdings in der Regel über das Internet, nicht über Funk."

Spiegel online, 30.11.2015, von Fabian Reinbold

Mieter verliert Klage gegen "Zwangseinbau" des Funk-Rauchmelders

"Mieter H. wandte sich an seine Genossenschaft, wurde aber von ihr verklagt, weil er sich weigerte, den Funk-Rauchmelder einzubauen. Er wolle lieber ein herkömmliches Gerät einbauen und sei bereit, es zu warten und ablesen zu lassen.

Sein Anwalt argumentierte, der Einbau des Funk-Rauchmelders verstoße unter anderem gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und das Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung. Auch anderswo wird wegen der fernbedienten Rauchmelder zwischen Vermietern und Mietern prozessiert.

In H.s Fall verlor der Mieter vor Amtsgericht und Landgericht. (Für die Verfassungsbeschwerde hat er jetzt ein Crowdfunding aufgesetzt.) H. müsse die Umbauten dulden, so die Urteile, auch weil er nicht habe nachweisen können, wie der Rauchmelder missbraucht werden könne."

Spiegel online, 30.11.2015, von Fabian Reinbold

Ei Electronics Rauchwarnmelder warnt vor Fernabfragen

"Gänzlich ungeklärt ist die Frage des Datenschutzes, denn die allermeisten Rauchmelder sind in der verfassungsrechtlich besonders geschützten Wohnung installiert. Jedes technische Verfahren zur 'Fernwartung' sammelt Daten über das Verhalten der Bewohner und ermöglicht so theoretisch das Anlegen von Nutzerprofilen.

Werden persönliche Daten fernausgelesen und gespeichert, liegen Informationen aus dem privaten Wohnumfeld auf fremden Servern, wo sie der Kontrolle der Bewohner entzogen sind."

Ei Electronics Rauchwarnmelder

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Stromableser | Rauchmelder | Streaming-Radio | Fernsehen | Sensorenresidenz

Intelligente Stromzähler: Kritik an 'Zwangsdigitalisierung durch die Kellertür'

"Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hält an seinen umstrittenen Plänen fest, möglichst

Heizung hört mit

flächendeckend intelligente Stromzähler unters Volk zu bringen.

Neu gegenüber den Eckpunkten ist, dass Netzbetreiber auch Haushalte, die weniger als 6000 kWh jährlich benötigen, im Einklang mit den preislichen Vorgaben mit intelligenten Zählen ausstatten dürfen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) warnt daher vor einer 'Zwangsdigitalisierung durch die Kellertür'. Verbraucher könnten so auch der damit verknüpften Preisgabe 'massenhaft sensibler Daten' nicht widersprechen. Brisant sei zudem, dass Vermieter unabhängig von der jeweiligen Verbrauchsgröße beschließen könnten, das gesamte Haus auf neue Zähler umzustellen."

heise online, 22.09.2015, von Stefan Krempl

Bundesregierung will intelligente Stromzähler in die Haushalte bringen

"Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf zur 'Digitalisierung der Energiewende' auf den Weg gebracht, wonach Netzbetreiber auch Heime mit geringem Stromverbrauch mit intelligenten Messsystemen (Smart Meter) aufrüsten dürften.
[...]

Protest gegen 'Zwangsdigitalisierung'
Gabriel bezeichnete den Gesetzentwurf, der nun in den Bundesrat und den Bundestag geht, als 'größte Reform des Strommarktes seit der Liberalisierung der Energiemärkte in den 90ern'. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) beklagte dagegen, dass die Zwangsmodernisierung der Haushalte mit 'Smart Meter' zu weit gehe. Es dürfe nicht sein, 'dass Verbraucher Kosten tragen, aber keinen Nutzen haben werden'. Der Einbau müsse 'auf Freiwilligkeit basieren'."

heise online, 04.11.2015, von Stefan Kremp

Digitale Stromzähler: Nutzen fraglich

"Die deutschen Verbraucher zweifeln am Nutzen digitaler Stromzähler. Die sollen nach dem Willen der Regierung in den kommenden Jahren schritt­weise eingeführt werden. In einer Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) lehnten 70 Prozent den Einbau ab, wenn sie dafür bis zu 100 Euro zahlen müssen. Die Hälfte der Befragten sorgt sich um den Datenschutz, 38 Prozent befürchten Zusatzkosten durch den Umbau. Die sogenannten Smart Meter sollen Stromfresser im Haushalt aufspüren und so beim Sparen helfen. Zudem sollen sie Daten weiterleiten, um das Netz an den Strombedarf anpassen zu können und variable Stromtarife zu ermöglichen. Die Idee: Verbraucher sollen Strom vor allem dann nutzen, wenn der Preis wegen großer anfallender Mengen Solar- oder Windkraft niedrig ist, und den Verbrauch in der übrigen Zeit einschränken. Laut vzbv würden sich die Smart Meter für die meisten Haushalte nicht lohnen. Sie würden mehr zahlen als vorher."

Stiftung Warentest: test.de, 22.12.2015

Wer sich für ein mögliches Szenario interessiert, empfehlen wir den Roman / Thriller von Marc Elsberg "Blackout". Mehr über das Buch: Hier

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Streaming-Radio | Stromableser | Rauchmelder | Fernsehen | Sensorenresidenz

Dieses ist noch nicht per Gesetz Pflicht. Wir müssen jedoch schon seit einiger Zeit digital Fernsehen - ob wir wollen oder nicht ...

"Wenn ich über ein Transistorgerät Radio gehört habe, blieb ich tatsächlich anonym. Ich wurde nicht als Hörer identifiziert. Aber in dem Moment, wo ich Streaming-Dienste als Radio über Internet empfange, bin ich als Empfänger, bin ich mit der Adresse meines Endgeräts sofort nicht nur identifizierbar, sondern ich werde identifiziert. Dass Geheimdienste das ständig tun, ist ein offenes Geheimnis."

Wolfgang Ernst, Medientheoretiker an der Humboldt-Universität Berlin.

Deutschlandfunk, Markt und Medien: Bedeutung der Mittelwelle - Erfindung mit Reichweite
Von Maximilian Schönherr, 19.12.2015

Fernsehen | Streaming-Radio | Stromableser | Rauchmelder | Sensorenresidenz

Fernseher ohne Internetanschluss - gibt es das überhaupt noch?

"Fernsehen ist mittlerweile eine hochtechnische Angelegenheit, es geht vor allem kaum noch ohne Internet. Und das hat seine Tücken. Findet zumindest die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und klagt gegen den Elektronikkonzern Samsung. Ihr Vorwurf: Sammelleidenschaft.

Selbst normale Gespräche können übertragen werden
Und auch moderne Fernseher senden nicht mehr nur in Richtung des Zuschauers. Mit Smart-TV-Geräten kann man nicht nur fernsehen, sondern auch im Internet surfen oder per Knopfdruck Filme aus Onlinevideotheken abrufen. Bei Nutzung dieser Geräte werden an den Hersteller des Geräts oder an den jeweiligen Inhalteanbieter Informationen übertragen. Etwa die Informationen, in welcher Stadt sich das Fernsehgerät befindet. Oder es werden Sehgewohnheiten der Zuschauer übermittelt.

Bei Geräten mit eingebauter Kamera und integrierter Gesichtserkennung kann auch noch zwischen den einzelnen Haushaltsmitgliedern unterschieden werden. Wegen möglicher Spracherkennungsfunktionen kann es auch vorkommen, dass Gesprächsinhalte von Personen, die sich vor dem TV-Gerät versammelt haben, aufgezeichnet und übertragen werden."

"Your TV is watching you" -Verbraucherzentrale verklagt Samsung zum Film ZDF, heute, 19.05.16

Samsung warnt: Bitte achten Sie darauf, nichts Privates ... zum Artikel netzpolitik.org, 07.02.15

Studie: Anonyme Nutzung von Smart-TVs kaum möglich zum Artikel netzpolitik.org, 03.03.15

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Sensorenresidenz | Stromableser | Rauchmelder | Streaming-Radio | Fernsehen

Die Sensorenresidenz: Diese Wohnung verrät ihre Bewohner

Wer ist wann zu Hause? Wann geht die Freundin ins Bett, wann zur Toilette? Das Smart Home von Marco Maas meldet kleinste Details seines Privatlebens an die Gerätehersteller. Sehen Sie hier die genaue Auswertung der Datenflut.

Die Datenflut finden sie hier: Spiegel online, 26.11.2015, von Judith Horchert und Christian Stöcker

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Neuer Versicherungsabschluss?

Einwilligungs- und Schweigepflichtsentbindungserklärung inbegriffen

30. Januar 2016

Sicher

Aus dem Schreiben einer Haftpflichtversicherung: "Anbei erhalten Sie Ihren Änderungsantrag auf Privat-Haftpflichtschutz ..."

Viele Unterschriften sollen geleistet werden. Eine unter diesem Text (die rot eingefärbten Firmen-Namen werden weiter untem im Text erläutert):

"Ich willige ein, dass die Xy-Versicherung bei Vertragsabschluss, im Rahmen der Vertragsabwicklung sowie bei Zahlungsverzug Informationen über mein allgemeines Zahlungsverhalten von einer Auskunftei (z.B. Bürgel, Infoscore, Creditreform) einholt und nutzt.

Ebenso willige ich ein, dass zum gleichen Zweck bei der INFORMA oder ggf. weiteren, vergleichbaren Unternehmen eine in einem Scorewert zusammengefasste Einschätzung meiner Zahlungsfähigkeit, die auf der Grundlage von mathematisch-statistischer Verfahren (beruhend auf Erfahrungswerten) erzeugt wird, eingeholt und genutzt wird. Insoweit entbinde ich die für die Xy-Versicherung tätigen Personen von ihrer Schweigepflicht."

Aha, soso! "Beruhend auf Erfahrungswerten. Auf Grundlage von mathematisch-statistischen Verfahren."

Diese sogenannten Algorithmen kennen Dich besser als Du selbst. Dass den Berechnungen eher geglaubt wird, als einem Menschen haben allerlei Erfahrungen inzwischen gezeigt.

Was sind das denn für Firmen, die Scorewerte über meine Zahlungsfähigkeit erstellen?
Hier geht es um Erfahrungswerte ausgerechnet von Algorithmen. Einbezogen werden Alter, Wohnort (soziales Umfeld), besuchte Websites, Geschlecht, Haustier, Einkaufsgewohnheiten, Hobbys, Kontakte aus dem Adressbuch, Suchanfragen im Internet ...

Die Firmen sind schnell - per Suchanfrage im Internet - gefunden. Irgendwie hängt alles zusammen. Gewusst hatten wir es ja, aber dann waren wir doch entsetzt.

Diese Einwilligungs- und Schweigepflichtsentbindungserklärung wird nicht unterschrieben.

Die Firmen

INFORMA: "Im Jahr 2001 gewann das Unternehmen den Big Brother Award in der Kategorie Business und Finanzen für das von Informa durchgeführte Scoringverfahren, bei dem das Unternehmen unter anderen Schufa-Daten, Adresse, Alter, Daten über die Nachbarschaft, Gebäudeeinschätzung einer Person sammelt und dahingehend auswertet, ob diese ein attraktiver Kunde ist." Siehe wikipedia

BÜRGEL: "Gesellschafter der neu gegründeten BÜRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG sind seit 1990 die Euler Hermes Deutschland AG (Allianz-Gruppe) sowie seit 1998 die EOS Holding GmbH (Otto Group)
[…]
Zu den Produkten gehören unter anderem Bonitäts- und Wirtschaftsinformationen über Unternehmen und Privatpersonen, Debitorenmanagement und Inkasso-Dienstleistungen." Siehe Wikipedia

(Aha, schon wieder Otto - Alexander Otto gründete u.a. ECE. Er wirkt quasi bei allen größeren Grundstücksdingen der Stadt mit. Z.B. Neue Mitte Altona.)

=> Otto Group: Hier geht es um den Bruder, Michael Otto: "Die Unternehmen der EOS Gruppe gehören zu den größten Marktteilnehmern in diesen Marktsegmenten. Über die Kundendatenbanken der Unternehmen der Otto-Group in Verbindung mit dem Listenprivileg hat EOS Zugang zu den in Summe größten Konsumentendatenbanken in Deutschland. Die Adressbestände des Otto-Versandes vermarktet EOS exklusiv. Kombiniert mit den Scoringwerten der Auskunftei Bürgel bietet EOS umfangreiche Dienstleistungen rund um die Adresse an: „Egal ob Sie Käufer von Businessmode, Möbelinteressenten oder Schnäppchensucher ansprechen wollen, selektieren wir Ihre Zielgruppe nach Ihren Vorgaben. Dabei können Eigenschaften wie das Konsumverhalten, die Soziodemografie oder die Wohn- und Lebenssituation einfließen. Diese Merkmale lassen sich beliebig miteinander kombinieren.“ „Erkennen Sie Betrugsmuster und Risikokundengruppen wie zum Beispiel Kündiger – und steuern Sie frühzeitig gegen.“ Über die Unternehmen Supercheck GmbH und Euro Pro GmbH ist EOS einer der führenden Dienstleister für Personenermittlungen und Einwohnermeldeamtsanfragen. Aus dieser Tätigkeit sind eigene Adressdatenbanken mit ca. 7 Mio. Einträgen von Verbrauchern entstanden, in die z. B. Ergebnisse einmal getätigter Einwohnermeldeamtsanfragen zwecks Mehrfachnutzung eingespielt werden." Siehe Wikipedia

INFOSCORE: "infoscore Consumer Data GmbH ist ein global tätiger Finanzdienstleister und als Tochterunternehmen der arvato AG zur Bertelsmann SE & Co. KGaA zugehörig." - "Bei Scoring-Verfahren schließt man aus Erfahrungswerten der Vergangenheit auf gleichartige Ereignisse in Gegenwart und Zukunft." Website von arvato Bertelsmann

=> "Mohn Media ist Teil der zur Bertelsmann gehörenden arvato AG." Siehe wikipedia

CREDITREFORM: "Der WDR kritisierte, dass die „Creditreform ihre Doppelrolle als Bonitätsauskunft und Inkassobüro ausnutzt, um die Verbraucher einzuschüchtern“ (2008)."
"Des Weiteren wurde am Beispiel ermittelt, dass in der Praxis eine Sperrung strittiger Daten durch die CEG Creditreform jedoch nicht erfolgt sei. Auch den Wunsch nach Löschung dieser Information lehnte die CEG Creditreform immer mit dem Hinweis ab, dass die Information in dieser Form übermittelt worden und daher nicht von CEG Creditreform löschbar sei. Dieses Vorgehen wird in den FAQ der CEG Creditreform auch bestätigt. In dem im Bericht geschilderten Fall verweigerte wiederum der Datenlieferant die Löschung aus formalen Gründen, womit letztendlich die Löschung unmöglich schien. Der Bericht folgert, dass hier zukünftig eine eindeutigere Verfahrensweise angestrebt werden sollte und Regelungsbedarf gegeben ist." Siehe wikipedia

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Allgemeine Tipps - was kann ich tun?

 

zum film bei Youtube

Kurz und gut erklärt - Pro und Contra

• Zahlen Sie nicht mit Karte! Weder mit Kreditkarte noch mit EC:
Zahlen Sie bar, wenn es geht!

Verzichten Sie auf Kundenkarte und Punktesammeln. Hier verbirgt sich meist ein Datensammlen ...

Widersprechen Sie gegen die Freischaltung der eID bei Ihrem neuen Personalausweis.

Verzichten Sie auf WhatsApp, facebook und Co!

Lassen Sie nach Möglichekeit den Personalausweis zu Hause.
Eine Kopie mitnehmen reicht, denn wenn Ihnen Ihr Ausweis abhanden kommt, wird es teuer. Das können Sie so umgehen.

Für Entschlossene: RFID-Chip deaktiveren.
Der CCC zeigt in einem kurzen Video, wie sich der Chip recht einfach deaktivieren lässt. Siehe netzpolitik.org

Nutzen Sie Tor um im Internet zu surfen!
Es ist einfacher als Sie denken! Hier finden Sie eine Anleitung und den Link zum Download des Programms.

Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Mails verschlüsselt zu versenden!
Die Verschlüsselung sorgt dafür, dass niemand mitlesen kann - auch Schlagwort-Suchmaschinen der Geh-heim-Dienste werden nichts filtern können. Unbefugten ist es nicht möglich, in eine verschlüsselte Mail zu schreiben. Sie kann also nicht von dritten verändert werden - z.B. um Trojaner mitzuschicken. Zudem wird sicher gestellt, dass es sich bei dem Sender tatsächlich um diejenige Person handelt, als die sich der Absender ausgibt. Mehr dazu

Statt google können Sie andere Suchmaschinen nutzen.
startpage oder besser noch DuckDuckGo: Hier werden Ihre Daten nicht gespeichert und es werden nicht nur Suchergebnisse angezeigt, die jemand für Sie vorbestimmt.

• Tipps für's Internet gibt es z.B. bei Netzpolitik.org:
Kann man sich im Netz der eigenen Privatsphäre vollkommen sicher sein? Nein. Aber es gibt ein paar Tipps und Soforthilfemaßnahmen, die beim sicheren Surfen helfen.

• Lassen Sie Ihr Smartphone ruhig mal zu Hause!
Eine Anleitung: "Demonstrieren ohne Smartphone - wie geht das?" gibt es bei indymedia

Fragen Sie stets: Wem zum Nutzen?
Schenken will meist keiner was.

10 Selbstverteidigungstipps bei Marc Elsberg
Autor von "Zero" und "Blackout". hier

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