WEITBLICK FÜR HAMBURG

Luxus-Neubau im Heinepark

18.11.2011, Hamburger Abendblatt
32 Eingetumswohnungen
statt öffentlichem Park mehr >>  

Seefahrtsschule ist verkauft ...

Kleine Anfrage DIE LINKE mit
Antwort Senat 18. März 2011 mehr >>

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Pressemitteilung
anna elbe, 23. Februar 2011

hier zu finden >>

 

18. Februar 2011
Hamburger Abendblatt mehr >>

Planung im Gange

Planungsausschuss Altona debattiert zur Zeit über die Bebauungsmaßnahme
altona.info, 19.05.2011mehr >>

 

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Die Unterstützer-Shirts sind da!

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Die Situation

I. 1. Allgemein in Hamburg

Die städtischen Metropolen der Welt sind, wie Konzerne, in einem erbitterten Verdrängungswettbewerb. Nicht zuletzt weil es aus der Großwirtschaft kaum noch Rückfluss in die Volkswirtschaft gibt und weil die Gesellschaft die durch Rationalisierung aus der Arbeitswelt Verstoßenen auffangen darf, fehlen enorme Summen in den Haushalten.

Hamburg hat sich trotzdem das Motto "wachsende Stadt" zum Ziel gesetzt, um auf den obersten Rängen der Weltmetropolen mitzuspielen. Dieses Ziel ist aus eigener Kraft natürlich nicht zu erreichen. So umwirbt unser Senat eifrig Geldadel und Großwirtschaft, überlässt diesen für ihre Investitionen im Gegenzug stadteigene Häuser, Grundstücke und sogar öffentliche Einrichtungen (z.B. Landesbetrieb Krankenhäuser, HEW) zu entgegenkommenden Verkaufspreisen, um wenigstens kurzfristig etwas handlungsfähig zu sein.

In Hamburg stehen zur Zeit (Stand Juni 2010) mehr als 1,2 Millionen qm Bürofläche leer. Dennoch werden zum Beispiel elbnahe Flächen immer weiter mit Premiumbüro- und Wohntürmen verstellt.

Zitat aus dem Manifest "NOT IN OUR NAME, MARKE HAMBURG!":
>> Wo immer eine Innenstadtlage zu Geld zu machen ist, wo immer ein Park zu verdichten, einem Grünstreifen ein Grundstück abzuringen oder eine Lücke zu schließen ist, wirft die Finanzbehörde die "Sahnelagen" auf den Immobilienmarkt – zum Höchstgebot und mit einem Minimum an Auflagen. Was dabei entsteht, ist eine geschichts- und kulturlose Investoren-City in Stahl und Beton. <<

Bürger_innen hinterfragen zunehmend den Umgang mit der Privatisierung von städtischen Räumen und den Verlust von Freiräumen, auf die jeder Bürger Anspruch hat.

Auch in Altona wird zur Zeit eine öffentliche Debatte geführt, wie die Stadt mit Aussicht und Bebauung am Elbufer verfährt.

I. 2. Das Gebäude der ehemaligen Seefahrtsschule:

Der Fachbereich Seefahrt (Fachhochschule Hamburg) wurde im Herbst 2005 aufgelöst und die Seefahrtsschule geschlossen. Das Gebäude fällt in die Verantwortung der Finanzbehörde und steht seitdem leer.

Die ehemalige Seefahrtsschule soll, zusammen mit mehreren Nebengebäuden auf dem etwa 8.000 qm großen Grundstück, höchstbietend verkauft werden. Dieser öffentliche Raum wird uns - den Bürger_innen dieser Stadt - für immer verloren gehen.

Die 1935 im Bauhausstil errichtete Seefahrtsschule wurde ins Verzeichnis der erkannten Denkmäler aufgenommen. Trotzdem ist das Gebäude vom Abriss bedroht da es nur als "schutzwürdig", nicht als "geschützt" eingestuft ist.

Über zukünftige Pläne zum Grundstück und den Gebäuden schweigt sich die Politik gegenüber der Öffentlichkeit aus. Immer wieder kursieren Gerüchte - eine Klinik für reiche Medizintouristen, ein maritimes Museum oder ein Luxushotel waren für das exklusive Gelände am Elbhang im Gespräch.

Und auch Rickmers Immobilien hatte schon 2007 einen Architektenwettbewerb initiiert. Nach Medienberichten wollte die Stadt gegenüber Rickmers jedoch keine Begrenzung der Bauhöhe bezüglich des Grundstücks zum Elbufer "Areal West" bzw. "Sichelgrundstück" garantieren, weshalb Rickmers seine Pläne im Mai 2010 zurückzog.

Seit 2009 werden Teile des Erdgeschosses und der Terrasse für die Sommermonate gastronomisch genutzt.

 

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II Das Konzept

Weitblick für Hamburg - polyzentrales Kulturengagement an einem wirklichen Ort

II. 1. Einleitung

anna elbe fordert, Grundstück und die Gebäude im öffentlichen Besitz zu belassen.
anna elbe fordert den Erhalt und die Pflege des Originalgebäudes der ehemalige Seefahrtsschule.
anna elbe fordert die Nutzung des Areals als öffentlichen Ort und Angelpunkt für kulturelles Geschehen.
anna elbe fordert, diesen Ort dauerhaft für Bürger_innen nutzbar zu machen.

Das Konzept für die Nutzung der ehemaligen Seefahrtsschule nimmt Teile der Gedanken des "Bauhaus" auf: Ein Leitbild des Bauhauses war die Architektur als Gesamtkunstwerk mit den anderen Künsten zu verbinden.

Das "Staatliche Bauhaus" war vom Gründer Walter Gropius als eine Arbeitsgemeinschaft gedacht, in der die Unterscheidung zwischen Künstler und Handwerker aufgehoben werden sollte. Durch ihr Schaffen wollten die Mitarbeiter des Bauhauses gesellschaftliche Unterschiede beseitigen.

In der ehemaligen Seefahrtsschule soll durch das Miteinander unterschiedlicher Disziplinen - in Anlehnung an diesen Gedanken - eine Form der gesellschaftlichen Arbeitsgemeinschaft mit unterschiedlicher Nutzung der Räume realisiert werden, also ein Modell polyzentralen Kulturengagements.

Mit unserer Forderung, die Seefahrtsschule als Ort kultureller und künstlerischer Auseinandersetzung zu etablieren, beziehen wir uns auf die Schwerpunktsetzung Hamburgs als Kulturstadt. Dabei gilt es, das Engagement und die lebendigen Entwicklungen der Kulturschaffenden zu fördern, fortzusetzen und zu unterstützen.

Das Gebäude der ehemaligen Seefahrtsschule bietet sich als exponierter Ort der Vernetzung an. Hier soll ein einmaliges hamburg-spezifisches Modell gestaltet und verwirklicht werden.

Unser Konzept ist eine Aufforderung zum Weitblick. Unser Ziel ist es, dieser kulturellen Gewichtung einen dauerhaften Platz zu geben und diesen allen Bürger_Innen erlebbar zu machen.

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II. 2. Das konkrete Konzept:

Wir haben etwas Anderes im Sinn als Kommerz. Wir wollen mehr als Events ohne Sinn und Verstand. Alstervergnügen, Hafengeburtstag und Stadtfeste haben in erster Linie den Umsatz der Gastronomie- und Tourismusbranche im Sinn. Das genügt uns nicht!

anna elbe will in dieser Zeit des allgemeinen Werteverlustes eine Rückbesinnung wagen und Werte für die Stadt und ihre Bewohner_innen erhalten. Dabei nehmen wir auch Bezug auf die Aktivitäten von Gustav Oelsner und Max Brauer, die die soziale Funktion und Nutzung des öffentlichen Raums für die Großsstadt möglich gemacht haben.

anna elbe soll die Möglichkeit bieten, sich ausprobieren zu können, sich mit anderen auszutauschen und Weitblick und Freiheit in das gesellschaftliche Leben unserer Stadt zu tragen.

Die Nutzung der 4 Gebäude ist wie folgt vorgesehen:

EG:
Foyer, Information, Ausstellung, Gastronomie / Restauration, Speakerscorner.

1 OG:
Raumvermietung an "Künstler_innen", die im körperlich-seelischen Bereich arbeiten. Tanz, Musik, Yoga, Qi Gong, Shiatsu, Psychologische Beratung etc... Diese arbeiten selbstständig und mieten periodisch die Räume an.

2 OG:
Ateliernutzung durch lokal ansässige Künstler für eine Nutzungsdauer von mindestens 3 Monaten und maximal 2 Jahren.

3 OG:
Ateliernutzung mit Planungsbüro für Austauschprojekte und Vernetzung. Die Ateliers werden ausländischen Künstlern für feste Zeiträume zur Verfügung gestellt, Künstler im Austauschprogramm werden für 3 oder 6 Monate betreut.

Das Gebäude der "SUSAN":
Die Schiffsführungs- und Simulationsanlage soll als Werkstatt für Holz und Metallverarbeitung für die Nutzer der Ateliers zur Verfügung gestellt werden.

Die Manövrierhalle:
Die Manövrierhalle ist durch das Bassin prädestiniert als Aufführungsstätte. Denkbar sind Musik- und Theaterveranstaltungen genauso wie interdisziplinäre Environments und Aktionen.

Die Villa 1 - Conrad:
In der Villa 1 - Conrad befinden sich das Organisationsbüro und Wohnmöglichkeiten für die Gastkünstler.

anna elbe will die Seefahrtsschule erhalten und fordert, dass sie Eigentum der Stadt Hamburg bleibt. Schluss mit dem Ausverkauf von öffentlichen Räumen!

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